Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

05.02.14 10:50 Alter: 3 Jahre

Bundesregierung ebnet Weg für Genmaisanbau. BUND fordert Kennzeichnungspflicht für tierische Produkte

 

Berlin: "Die Bundesregierung macht gegen den Willen der eigenen Bevölkerung den Weg frei für den Anbau einer höchst problematischen Genmaissorte in Europa", kritisierte Heike Moldenhauer, Gentechnikexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Enthaltung der schwarz-roten Koalition zur Anbauzulassung des Gentech-Mais 1507 des US-Unternehmens Pioneer. "Bei der erstbesten Gelegenheit straft die Bundesregierung den Koalitionsvertrag Lügen. 'Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegen grüne Gentechnik an', heißt es dort. Jetzt zeigt sich: Die Interessen der Agrarkonzerne und des großen Handelspartners USA gehen bei Schwarz-Rot über die Verbraucherinteressen und den Umweltschutz", sagte Moldenhauer. Dies lasse nichts Gutes für das gerade verhandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA erwarten.

Über 80 Prozent der Bevölkerung, der Bauernverband, Lebensmittelhersteller und Supermarktketten sprächen sich in Deutschland gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen aus. Der Genmais 1507 sei besonders problematisch, da er deutlich mehr Insektengift produziere, als der von der damaligen Agrarministerin Ilse Aigner 2010 verbotene Mais Mon 810. Damit gefährde er viele für den Maisanbau unschädliche, für die Artenvielfalt hingegen wichtige Insekten wie Schmetterlinge und Motten. Verwendet würde der Mais in Tierfutter und in Biogasanlagen.

Moldenhauer: "Um die Wahlfreiheit der Verbraucher sicherzustellen, muss die Bundesregierung in Brüssel dafür sorgen, dass eine  Kennzeichnungspflicht tierischer Produkte eingeführt wird, die mit Gentech-Futter erzeugt worden sind. Das hat die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt." Da der Mais 1507 auch für Biogasanlagen genutzt werde, sei auch eine Kennzeichnungspflicht für so gewonnene Energie notwendig. "Gentechnik verschwindet immer da vom Markt, wo sie als Gentechnik erkennbar ist. Wenn es der großen Koalition mit dem Verbraucherschutz wirklich ernst ist, muss sie für sichtbare Gentechnik-Markierungen auf allen betroffenen Produkten sorgen", forderte die BUND-Gentechnikexpertin.

Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Tel. (0 30) 2 75 86-456, heike.moldenhauer@bund.net bzw. Almut Gaude, BUND-Pressereferentin, Tel. (0 30) 2 75 86-464/-489, presse@bund.net


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