Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

11.06.10 13:38 Alter: 5 Jahre

In Europa Verbraucher und gentechnikfreie Landwirtschaft schützen. BUND fordert Moratorium für Anbauzulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen

 

Berlin/Luxemburg: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte den heute in Luxemburg tagenden Umweltministerrat auf, den Vorschlag der EU-Kommission für ein neues Verfahren zur Zulassung von Gentech-Pflanzen abzulehnen. Die Kommission will die Entscheidung über den Anbau von Gentech-Pflanzen in die Hände der EU-Mitgliedsstaaten legen und zugleich das Zulassungsverfahren auf EU-Ebene erleichtern. Da in vielen EU-Staaten die Koexistenz von konventioneller und gentechnischer Landwirtschaft gesetzlich nicht geregelt sei, öffne dieser Plan nach Auffassung des BUND der ungewollten Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen Tür und Tor.

Hinzu komme das Fehlen von Haftungsregeln, die konventionell und biologisch wirtschaftende Landwirte gegen Verunreinigungen ihrer Ernten durch Gentech-Einträge, die durch Pollenflug jederzeit möglich seien, absicherten. Der BUND forderte deshalb von der EU-Kommission ein Moratorium für Anbauzulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen.

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: "Der Vorstoß der EU-Kommission ist reines Blendwerk und soll die Agro-Gentechnik auf die Äcker der Europäischen Union bringen. Setzt sich die Kommission durch, können in kurzer Zeit sechzehn neue Gentech-Pflanzen zum Anbau zugelassen werden. In den letzten zwölf Jahren wurden in der EU lediglich zwei gentechnisch veränderte Pflanzen zugelassen, der Gen-Mais Mon 810 und die Gen-Kartoffel Amflora. Beide Zulassungen sind heftig umstritten. Solange nicht jedes EU-Land wenigstens Koexistenz- und Haftungsregeln hat, dürfen keine neuen Anbauzulassungen erfolgen."

Der BUND rechne damit, dass es in kurzer Zeit in gentechnikfreundlichen Ländern wie Tschechien, Spanien und den Niederlanden wegen unzureichender gesetzlicher Koexistenzregeln zur Kontamination gentechnikfreier Lebensmittel komme. Mittelfristig sei sogar die EU-weite gentechnische Kontamination von Saatgut, Futter- und Lebensmitteln wahrscheinlich.

Moldenhauer: "Die EU-Kommission will offenbar Cheflobbyistin für jene Konzerne sein, die endlich auch in Europa Geld mit Gentech-Pflanzen verdienen wollen. Wenn jetzt nicht der Ministerrat und das EU-Parlament der Kommission einen Strich durch die Rechnung machen, werden Verbraucherinnen und Verbraucher und die gentechnikfreie Landwirtschaft insgesamt zu Verlierern dieser Politik."

Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Tel. 030-27586-456 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -440, E-Mail: presse(at)bund.net; www.bund.net


Die Pressestelle des BUND

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Leiter Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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