Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

14.11.08 16:35 Alter: 6 Jahre

Deutschlands Fleischproduktion und das Setzen auf Agrosprit lässt Sojaplantagen wachsen. BUND-Studie belegt Druck auf Regenwald

 

Berlin: Auf rund drei Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche wird außerhalb Europas Soja für Deutschland angebaut. Das ist eine Fläche so groß wie das Bundesland Brandenburg. Vorrangig findet Soja hierzulande in der Fleisch- und Milcherzeugung sowie in Agrokraftstoffen Anwendung. Allein für die Fleisch- und Milchproduktion werden pro Bundesbürger im Ausland knapp 340 Quadratmeter Sojaplantagen beansprucht. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden durchschnittlich über 900 Gramm, je Kilo Schweinefleisch etwa 540 Gramm Sojaschrot eingesetzt. Zur Erzeugung von einem Liter Milch werden im Durchschnitt 50 Gramm Sojafutter verwendet. Diese Zahlen veröffentlichte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute in einer neuen Studie.

Soja wird überwiegend in Entwicklungsländern angebaut. Große Mengen davon kommen in die Futtertröge industrialisierter Staaten wie Deutschland und kehren mit Hilfe von Exportsubventionen als Fleisch oder Milchpulver teilweise wieder auf die Märkte der armen Länder zurück. Dort zerstören solche Dumpingexporte oft die Existenz von Kleinbauern. 2008 subventionierte die Europäische Union Fleischexporte je nach Tierart mit 45 bis 103 Euro je 100 Kilogramm.

Zwei Drittel des nach Deutschland importierten Sojas stammen aus Brasilien und Argentinien. Dies führt in den Exportländern zu fortschreitender Regenwaldabholzung. Allein in Brasilien geht jährlich Regenwald in der Größe Schleswig-Holsteins plus Thüringens verloren. Infolgedessen spitzen sich in Brasilien und Argentinien Landverteilungskonflikte zwischen Soja-Plantagenbetreibern und landlosen Hungernden zu.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Die Regenwaldzerstörung, die daraus resultierenden sozialen Konflikte und der Klimawandel erfordern einen Kurswechsel. Statt die Agrarproduktion weiter anzukurbeln, muss die Milch- und Fleischmenge dringend an den Bedarf der europäischen Verbraucher angepasst wird. Mehr Milch auf den Markt zu bringen, ist ökologisch und sozial unverantwortlich. Die Politik muss endlich ambitionierte Klimaziele auch für die Landwirtschaft vorgeben. Mehr Klimaschutz ist aber nur mit weniger Tierhaltung zu machen. Dazu muss die Zahl der gehaltenen Tiere an die Flächen des jeweiligen Hofes gebunden werden.“

Reinhild Benning, Agrarexpertin des BUND: „In zwei Wochen wird in Brüssel über die Agrarreform zugunsten von mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft entschieden. Die neue Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat hier ihr erstes Bewährungsfeld. Der Viehbestand in Deutschland braucht Obergrenzen und der Ökolandbau eine deutlich bessere Förderung. Umweltbewussten Verbraucherinnen und Verbrauchern empfehlen wir weniger Fleisch, Milch und andere tierische Lebensmittel zu kaufen. Statt Billigfleisch von Discountern, das auf Kosten der Entwicklungsländer und des Regenwaldes produziert wird, werben wir für Qualitätsprodukte aus ökologischer Erzeugung wie jene vom Anbieter Neuland, die ohne Sojaeinsatz produziert werden.“

Angesichts drastisch fallender Milchpreise appellierte der BUND an den Bundesrat, die für Freitag dieser Woche geplante Anhebung der in Deutschland produzierten Milchmenge auf keinen Fall zu beschließen. Die europaweite Überproduktion von mehr als sieben Prozent Milch dürfe nicht weiter erhöht werden.

Startet den Datei-DownloadKurzfassung der BUND-Studie "Für Fleisch nicht die Bohne"

Startet den Datei-DownloadBUND-Studie "Für Fleisch nicht die Bohne!"

Pressekontakt: Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 0 30 / 2 75 86-481 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, Fax: -440, presse(at)bund.net


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