Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

05.09.11 17:32 Alter: 4 Jahre

Die EU braucht keine Agro-Gentechnik

 

Appell zur Kurskorrektur an die Landesregierung in Sachsen-Anhalt:
Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab

Verbändeerklärung zum InnoPlanta Forum 2011

Belsdorf, 05.09.2011: Vom 5.-6. September 2011 veranstaltet die InnoPlanta, ein Pro-Gentechnik-Lobbyverein, in Üplingen im Landkreis Börde (Sachsen-Anhalt) seine Jahrestagung unter dem Motto: „Kann Europa noch länger auf die Grüne Gentechnik verzichten?“ Das Tagungsprogramm suggeriert: Nein, natürlich nicht. Die Frage sei allein, wie die  Agro-Gentechnik endlich auch  in Europa salonfähig gemacht werden könne.

Dazu stellen die unterzeichnenden Verbände fest:

  • Agro-Gentechnik in der EU ist das Projekt einer Handvoll von Unternehmen und Wissenschaftlern, die nach Gewinn und Reputation streben, nicht aber dem Gemeinwohl verpflichtet sind.
  • Agro-Gentechnik in der EU ist ein Angebot ohne Nachfrage. Seit ihrer Markteinführung im Jahr 1996 lehnt die Mehrheit der Europäerinnen und Europäer Gentechnik in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelproduktion ab.
  • Die Ablehnung der Agro-Gentechnik ist rational. Verbraucherinnen und Verbraucher sehen keinerlei Vorteil darin, Pflanzen zu verzehren, die dafür gemacht sind, den Einsatz großer Mengen von Herbiziden zu überstehen oder die selber Giftstoffe zur Insektenabwehr  produzieren. Hinzu kommen die gesundheitlichen Risiken. Die zur Prüfung durchgeführten Tierversuche sind nicht nur unethisch, sondern sie liefern zudem nicht einmal verlässliche Ergebnisse, die die Sicherheit der Verbraucher garantieren können.
  • Bäuerinnen und Bauern bekommen die über die Agro-Gentechnik offerierte Abwehr von Unkraut und Insekten bei Bedarf auch so in den Griff. Sie haben keinerlei Interesse, patentgeschütztes gentechnisch verändertes Saatgut anzubauen und so ihre bäuerliche Unabhängigkeit an einige wenige Großkonzerne abzutreten. Zudem haben sie keinerlei Interesse, am Markt vorbei zu produzieren und Pflanzen anzubauen, die Verbraucher ablehnen.
  • Die Agro-Gentechnik hat kein einziges ihrer Versprechen eingelöst: Sie hat weder den Hunger in der Welt besiegt noch den Herbizideinsatz gesenkt oder Pflanzen hervorgebracht, die dem Klimawandel trotzen. Sie hilft nicht dem Umweltschutz. Ob sie das jemals tun wird, ist äußerst zweifelhaft. Der Blick in die Freisetzungsdatenbanken und die Forschungspipelines der Gentechnik-Unternehmen zeigt, dass in den nächsten Jahren fast ausschließlich weitere herbizid- und insektenresistente Pflanzen Marktreife erlangen werden. Aller aggressiven Gentechnik-Werbung zum Trotz: Agro-Gentechnik ist nicht innovativ und keine Zukunftstechnologie. Das Gegenteil ist der Fall: Die Gentechnik-Pflanzen der Zukunft werden die der Vergangenheit sein.
  • Die Erfahrungen mit der Agro-Gentechnik besonders in Südamerika sind negativ. Der zunehmende Einsatz von Spritzmitteln, die in den Gentechnik-Monokulturen ohne Rücksicht auf die ortsansässige Bevölkerung ausgebracht werden, verursacht großes menschliches Leid und verstärkte Umweltbelastung. Berichte von Missbildungen bei Neugeborenen und Krebserkrankungen häufen sich.
  • Die EU ist gut beraten, Lehren aus den Erfahrungen in Übersee zu ziehen und ein in anderen Teilen der Welt bereits gescheitertes Modell von Landwirtschaft nicht zu übernehmen.
  • Risikotechnologien sind in demokratisch verfassten Gesellschaften nicht gegen die Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen. Das hat der in diesem Jahr beschlossene Atomausstieg in Deutschland mehr als deutlich gezeigt.

Wir fordern die Landesregierung Sachsen-Anhalt und  die sie tragenden Parteien auf, ihre bislang zustimmende Haltung zur Agro-Gentechnik schnellstens zu revidieren. Sie muss aufhören, sich in den Dienst einzelner Unternehmen und Lobbyisten zu stellen.

Wir legen der Landesregierung nahe, eine alte Indianerweisheit zu beherzigen: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.

Die Landesregierung muss in Sachsen-Anhalt endlich die Weichen für eine bäuerliche, nachhaltige und verbraucherorientierte Landwirtschaft stellen. Wir stehen ihr gern beratend zur Seite.

Unterzeichnende Verbände:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
Bund Deutscher Milchviehhalter
Deutscher Bauernbund e.V.
Deutscher Tierschutzbund e.V.
EuroNatur
NEULAND e.V.


V.i.S.d.P.: Jochen Dettmer, Bundesgeschäftsführer von NEULAND Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung e.V., Tel.: 039055/413 oder 0172/8126337

Pressekontakt vor Ort: Annemarie Volling, Koordination Gentechnikfreie Regionen in Deutschland, Tel.: 0160/96760146


Die Pressestelle des BUND

Dr. Norbert Franck
Leiter Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 030/27586-489
Fax: 030/27586-440
Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailnorbert.franck(at)bund.net

Rüdiger Rosenthal
Pressesprecher
Tel: 030/27586-425
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