Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

19.06.12 17:11 Alter: 337 Tage

Erzbischof wehrt sich gegen Vereinnahmung durch Gentech-Lobby

 

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch wehrt sich gegen Vereinnahmungsversuche industrienaher Gentechnik-Lobbyisten. Ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz ermahnte die Lobbygruppierung "Forum Grüne Vernunft" (FGV), sie solle „bei den Fakten bleiben.“ Auf deren Vorwürfe bezüglich der Position der katholischen Kirche zur Gentechnik und vermeintlicher Folgen für den Welthunger erwidert er: „Es ist infam, wenn Herr Rehberger [Vertreter von FGV, Anm. d. Red.] behauptet, dass Kinder vor Hunger sterben, weil die katholische Kirche sich differenziert kritisch zur Grünen Gentechnologie verhalte.“ Außerdem müsse man bei der Gentechnik „sehr aufmerksam“ darauf achten, „ob es tatsächlich um ein humanitäres Anliegen oder eher um die Steigerung von Profit geht.“

In einem offenen Brief wendete sich unterdessen Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), an den Erzbischof. Löwenstein widerspricht darin den Behauptungen der Lobby. Angesichts bescheidener Erträge gentechnisch veränderter Pflanzen und ihrer negativen sozialen wie ökologischen Konsequenzen, sei diese nicht zur Bekämpfung des Hungers geeignet.

Der Vorsitzende des BÖLW bedankt sich in dem Brief beim Erzbischof, er habe sich nicht von der pro-Gentechnik-Lobby vereinnahmen lassen. Diese hat in der Vergangenheit mehrfach Druck auf die katholische Kirche ausgeübt und Gentechnik als Allheilmittel angepriesen. Das bischöfliche Hilfswerk Misereor spricht sich hingegen für die Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft aus, die für die große Mehrheit der Bäuerinnen und Bauern Existenzgrundlage ist. Löwenstein sieht darin den Grund für die Versuche der Gentech-Lobby, Erzbischof Zollitsch zu beeinflussen: „Dies [kleinbäuerliche und ökologische Landwirtschaft, Anm. d. Red.] trägt allerdings nichts zum Umsatz der chemischen Industrie bei – die mit den Firmen Monsanto und BASF gleichzeitig den Markt mit gentechnisch verändertem Saatgut in der Hand haben. Das wiederum erklärt, weshalb sie so große Anstrengungen darauf verwendet, die Kirche für ihre Zwecke einzuspannen.“

Meldung vom Informationsdienst Gentechnik am 19. Juni 2012

Lesen Sie mehr über die Positionen der Katholischen Kirche zur Agro-Gentechnik.


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Einspruch gegen KWS-Versuche mit gv-Zuckerrüben

Zuckerrübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris, Altissima-Gruppe), Quelle: Wikipedia

Erneut will die KWS Saat AG gentechnisch veränderte Zuckerrüben im Freilandversuch testen. Die Rüben sind resistent gegen das Spritzmittel Glyphosat. Der Einsatz dieses Herbizids birgt jedoch zahlreiche Risiken. Ein breites Bündnis hat nun dagegen Einspruch eingelegt.

Bundesrepublik Deutschland

  • Gentechnikfreie Regionen/ Initiativen: 211
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Gentechnikfreie Kommunen/ Landkreise

  • Anzahl Kommunen: 325
  • Stand: 22.04.13

Das Projekt Gentechnikfreie Regionen in den Naturland Nachrichten

Lesen Sie das Interview im Mitgliedsmagazin des ökologischen Anbauverbands Naturland.

Interview

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