Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

03.03.10 12:47 Alter: 151 Tage

Genkartoffel „Amflora“ wird für Industriezwecke und Futtermittel zugelassen. Wirksamkeit von Arzneien gefährdet

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die heute erfolgte Zulassung der Gentech-Kartoffel „Amflora“ der Firma BASF durch die Brüsseler EU-Kommission scharf kritisiert. Die Tatsache, dass die „Amflora“ für industrielle Anwendungen und als Futtermittel zugelassen worden ist, ist für den BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger ein „politischer Kniefall vor der BASF“. Die Stärkekartoffel enthalte ein Resistenz-Gen gegen Antibiotika, darunter eines, das zu den wichtigsten Arzneimitteln gegen Tuberkulose gehöre. Die Übertragung dieses Resistenz-Gens auf Bakterien des Magen-Darm-Trakts sei nicht auszuschließen. In der Vergangenheit habe es in Deutschland bereits Vermischungen mit normalen Kartoffeln gegeben. So habe ein die „Amflora“ anbauender Landwirt in Mecklenburg-Vorpommern Aussaatflächen verwechselt. Daraufhin habe die BASF auf 20 Hektar Fläche die Knollen vernichten müssen.

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: „Die BASF-Kartoffel Amflora ist die erste weltweit zugelassene Gentech-Kartoffel und zum ersten Mal seit zwölf Jahren wird in der EU ein neues Genkonstrukt zum Anbau zugelassen. Schon mit ihrem im Koalitionsvertrag festgehaltenen Bekenntnis zur Amflora hatte sich die schwarz-gelbe Bundesregierung einmal mehr als klientelhörig geoutet. Vor den Risiken schließen sowohl die gentechnikverliebte Bundeskanzlerin als auch Agrarministerin Ilse Aigner die Augen. Die BASF-Manager haben ein Ziel erreicht. Für sie ist das ein Schritt zur Abschaffung der Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft. Wir setzen jetzt auf die Vernunft der Stärkeindustrie und der Bauern, Amflora nicht zu akzeptieren, zumal es konventionelle Alternativen gibt.“

Für den BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger hat vor allem der neue EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz John Dalli versagt: „Der für den Schutz der Gesundheit und der Verbraucher zuständige EU-Kommissar Dalli hat mit seiner ersten Amtshandlung einen schweren Fehler begangen. Der Weg der Gentech-Kartoffel vom Feld auf die Teller der europäischen Verbraucher ist viel zu kurz und die Risiken sind viel zu groß. Ein EU-Kommissar, der den Gesundheit- und Verbraucherschutz ernst nimmt, hätte gegen die Zulassung der Amflora stimmen müssen.“

Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Tel. 030-27586-456 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -440, E-Mail: presse@bund.net; www.bund.net

 


Einwendungen gegen die Freisetzung gentechnisch veränderter Zuckerrüben

Umwelt- und Naturkostverbände, Saatgutunternehmen und Initiativen für gentechnikfreie Regionen haben Einwendungen in das Genehmigungsverfahren zur Freisetzung von gentechnisch veränderten Zuckerrüben in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern durch die Planta Angewandte Pflanzengenetik und Biotechnologie GmbH eingereicht.

Die zur Freisetzung eingereichten Unterlagen entsprechen nicht den Anforderungen, die im Gentechnikgesetz festgeschrieben sind. Das betrifft unter anderem die Regelungen zur Risikobewertung für die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen.

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Bundesrepublik Deutschland

  • Gentechnikfreie Regionen/ Initiativen: 198
  • Beteiligte Landwirte: 29.817
  • Landwirtschaftliche Fläche: 1.074.409 ha
  • Stand: 19.07.10

  • Zahlen | Fakten | Analysen

Gentechnikfreie Kommunen/ Landkreise

  • Anzahl Kommunen: 235
  • Stand: 22.07.10
Schnitzel als Deutschlandkarte mit Aufdruck "ohne Gentechnik"

 

Edeka will das neue Siegel „ohne Gentechnik" nicht einsetzen. Entlassen Sie Deutschlands größten Lebensmittelhändler nicht aus der Verantwortung. Fordern Sie weiter Lebensmittel „ohne Gentechnik"!

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