Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

16.06.08 17:02 Alter: 6 Jahre

Neues Bündnis für eine gentechnikfreie Metropolregion Nürnberg gegründet – Aktionen in den nächsten Monaten geplant

 

Neues Bündnis für eine gentechnikfreie Metropolregion Nürnberg gegründet – Aktionen in den nächsten Monaten geplant.

In der Metropolregion Nürnberg hat sich ein neuer Bürgerzusammenschluss gebildet, dessen Ziel es ist, gentechnikfreie Landkreise zu sichern, damit  Natur und Landwirtschaft in der Metropolregion gentechnikfrei bleiben. Das Bündnis will auch Mitverantwortung für eine gentechnikfreie Lebensmittelversorgung übernehmen, und Landwirte, Lebensmittelverarbeiter und -händler in der Metropolregion gewinnen, die Lebensmittel anbieten, welche unter Verzicht auf gentechnische Verfahren oder genmanipulierte Futtermittel hergestellt wurden.

Weitere Ziele sind, die Bevölkerung über die Risiken der Agro-Gentechnik und wirtschaftliche Profitinteressen der Gentechnikkonzerne aufzuklären und die  Akteure zu vernetzen. Das Bündnis sucht weitere Unterstützerverbände in den Regionen und aktive Verbraucher und Landwirte, die mitarbeiten. Auch die Kommunalpolitiker in den einzelnen Landkreisen sollen angesprochen und um Unterstützung gebeten werden.

Der Zusammenschluss besteht derzeit aus den Bündnissen für gentechnikfreie Landwirtschaft in Ansbach, Erlangen-Höchstadt, Fürth Stadt und Land, Nürnberger Land, Schwabach- Roth, Neustadt, Amberg, Neumarkt, Forchheim, Bayreuth, Kitzingen und Donauries und wird vom bayernweiten Bündnis für gentechnikfreie Natur und Landwirtschaft unterstützt . Interessierte Personen können sich im Internetauftritt des Bündnisses unter www.buendnis-bayern-gentechnikfrei.de über die einzelnen Bündnisse und ihre nächsten Aktivitäten informieren.

Fülle von Veranstaltungen geplant

Nächstes Wochenende finden drei Großveranstaltungen statt: Der Träger des alternativen Nobelpreises und Gentechnikkritikers Percy Schmeiser aus Kanada spricht am Samstag, den 21. Juni um 16.00 Uhr in Fürth in der Grünen Halle und am Samstagabend, 21.06 um 20:15 Uhr im Landkreis Kitzingen in der  Maintalhalle Dettelbach. Außerdem findet eine Radeltour im Landkreis Kitzingen am kommenden Sonntag, den 22.6.08 statt, unter dem Motto: regional, fair, gentechnikfrei. Start ist um 13.00 Uhr an den Bleichwasen in Kitzingen. Sie geht ca. 20 km durch den Landkreis Kitzingen, in dem in diesem Jahr erstmals etwa neun Hektar MON 810, gentechnisch veränderter Mais, wachsen sollen.

Am Sonntag, den 29.6. wird in Castell im Landkreis Kitzingen im Rahmen eines evangelischen Kirchentages um 12.00 Uhr ein Friedenskreis für einen gentechnikfreien Landkreis mit den Teilnehmern gebildet.

Im Landkreis Neumarkt plant das dortige Bündnis Zivilcourage Aufklärungsveranstaltungen zwischen Mitte Juli und Ende August zu den Risiken der Gentechnik für Bevölkerung und Schulklassen rund um ein drei Hektar großes Maislabyrinth in Sengenthal. Vielfältige weitere Aktionen sind in Planung, z.B. Gespräch mit den Landtagsabgeordneten aller Parteien unter dem Motto: „Farbe bekennen zum Thema Gentechnik“.

Ganz besonders freut sich das Bündnis über die Unterstützung von Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, der eigens ein Grußwort für das Bündnis verfasste und sich darin klar von der Agro-Gentechnik distanziert. Dr. Maly: „Da die Risiken eines Einsatzes von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Landwirtschaft für die Gesundheit der Menschen, die Böden und die gesamte Natur derzeit nicht abgeschätzt werden können, bin ich persönlich aus Verantwortung für die in der Region lebenden und arbeitenden Menschen sowie der künftigen Generationen grundsätzlich gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft (...). Bereits seit 2004 hat die Stadt Nürnberg bei der Verpachtung städtischer Flächen den Verzicht auf Gentechnik-Pflanzen zur Bedingung gemacht und setzt im Weiteren bei den Landwirten im Stadtgebiet von Nürnberg auf deren freiwillige Selbstverpflichtung, auf eine Ausbringung von gentechnisch veränderten Pflanzen zu verzichten. Es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele Landwirte eine freiwillige Selbstverpflichtung zum Verzicht von Gentechnik in ihren Betrieben eingehen und dies zu einer deutlichen Ausweitung der gentechnikfreien Zonen innerhalb der Metropolregion Nürnberg führen würden.

Ich wünsche daher dem „Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Natur und Landwirtschaft in der Metropolregion Nürnberg und Donau-Ries“ viel Erfolg bei seinem engagierten Handeln, in der Metropolregion für eine gentechnikfreie Landwirtschaft zu werben.“

Für Presserückfragen:

 

Andrea Dornisch, Tel. 09122 - 608364

Thomas Weiß

Marion Ruppaner, Tel. 0911 8187 8 – 20

 


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Bundesrepublik Deutschland

  • Gentechnikfreie Regionen/ Initiativen: 212
  • Beteiligte Landwirte: 30.458
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  • Anzahl Kommunen: 343
  • Stand: 04.08.14

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