Gentech-Anbau in der EU um 10 Prozent gefallen. Gentech-Lobby rechnet sich die Anbauzahlen schön
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem heute von der Gentechnik-Lobbyorganisation International Service for the Acquisition of Agribiotech Application (ISAAA) vorgelegten Jahresbericht 2009 zum Anbau von Gentech-Pflanzen „einen untauglichen Versuch, der Öffentlichkeit den Siegeszug der Gentechnik vorzugaukeln".
2009 seien Gentech-Pflanzen in nur wenigen Ländern zum Einsatz gekommen. Von den 134 Millionen weltweit angebauten Gen-Pflanzen seien 115 Millionen auf nur einem einzigen Kontinent, nämlich in Amerika, angebaut worden. Der Zuwachs von neun Millionen Hektar gegenüber 2008 gehe zu 60 Prozent allein auf Brasilien zurück.
„Die Agro-Gentechnik ist eine Randerscheinung. Auf über 97 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Erde wachsen keine Gentech-Pflanzen und über 97 Prozent der Landwirte nutzen sie nicht“, sagte die BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer. “14 Millionen Nutzer klingt viel. Diese Zahl relativiert sich aber angesichts von 513 Millionen Landwirten, die es weltweit gibt. Der Anbau von Gentech-Anbau in Europa zum Beispiel ging 2009 im Vergleich zu 2008 um ein Zehntel zurück. In der EU wuchsen auf weniger als 0,05 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Gentech-Pflanzen.
“Gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel sind nur selten kennzeichnungspflichtig. Wären sie für Verbraucher sichtbar, würde sich der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen drastisch reduzieren, so Moldenhauer.
Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Tel. 030-27586-456 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -440, E-Mail: presse@bund.net; www.bund.net

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