Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

09.03.10 12:08 Alter: 145 Tage

Nulltoleranz: Gesetz nicht aufweichen

 

Die schwarzgelbe Bundesregierung plane eine Gesetzesänderung, wonach die so genannte Nulltoleranz bei gentechnisch veränderten Futtermitteln aufgeweicht und das entsprechende Zulassungsverfahren vereinfacht werden solle, teilt der Bundestagsabgeordnete Michael Roth mit. Bislang dürften in der EU gentechnisch veränderte Organismen, die nicht zugelassen sind, auch nicht auf den Markt gebracht werden.

Wieder einmal gehen der Koalition Klientelinteressen der Agrarindustrie vor das Allgemeinwohl der Bürger“, zeigte sich der SPD-Politiker verärgert. Die Durchsetzung der EU-weit geltenden Nulltoleranz müsse ohne Wenn und Aber fortbestehen. Der Schutz von Mensch und Umwelt müsse schließlich Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben. So etwas dürfe man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Deshalb fordert Michael Roth die Bundesregierung in einer kleinen Anfrage auf, offen zu legen, welche Änderungen konkret geplant sind. „Die Mehrheit der Verbraucher ist gegen gentechnisch veränderte Produkte in der Lebensmittelkette und will diese nicht auf dem Tisch haben“, glaubt Roth.

Um sich vor Genmanipulation zu schützen, sollten Verbraucher auf Produkte zurückgreifen können, die mit dem Biosiegel oder dem „Ohne Gentechnik"-Siegel versehen seien, rät der Abgeordnete.

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterArtikel aus der Hessischen Zeitung am 8. März 2010

In der EU gilt für die Einfuhr von Futter- und Lebensmitteln die Nulltoleranz-Politik d.h. auch Ladungen mit geringen Spuren gentechnisch veränderter Organismen werden an der Grenze zurückgewiesen. Die Futtermittelindustrie und Agrarmultis entwerfen daraus ein Szenario von Futtermittelknappheit, hungernden Tieren und der Gefährdung der europäischen Tierproduktion. 

Das Hintergrundpapier verschiedener Verbände zeigt, dass die Menge zurückgewiesener Rohstoffe im Vergleich zum Gesamtimport minimal ist und dass nur ein Land sein Verunreinigungsproblem nicht im Griff hat: die USA. 

Hintergrundpapier: Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterWie die Agrarindustrie versucht, die Nulltoleranz zu kippen (November 2009)


Meldung des Tages

29.07.10 17:00

Gentechnik-Kartoffel der BASF vom Acker geholt

Sechs Aktivisten entfernten heute Gentechnik-Kartoffel-Pflanzen vom Acker und packten sie in Säcke...


6. Europäische Konferenz gentechnikfreier Regionen

Logo der 6. Europäischen Konferenz der gentechnikfreien Regionen.

Vom 16. bis 18. September treffen sich im Europäischen Parlament in Brüssel Vertreterinnen und Vertreter lokaler, regionaler und nationaler Initiativen und Organisationen, von Bauern, Umwelt- und Naturschutz, Verbrauchern, Unternehmen und kritischer Wissenschaft. Sie diskutieren gemeinsame Strategien und Aktionen gegen die Gentechnik in Landwirtschaft und Ernährung. Wir erwarten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Mitgliedstaaten der EU und umliegenden europäischen Ländern sowie Gäste aus China, Indien, den USA, Japan und Afrika. Und wir erwarten Sie!


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Film: Vergiftetes Land

Der Anbau von gentechnisch veränderter Soja in Südamerika hat verheerende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.

Eine Spur der Zerstörung zieht sich von europäischen Massentierhaltungen bis in die Wälder Südamerikas. Dort vernichten riesige Sojaplantagen, die für die Fütterung europäischer Hühner, Kühe und Schweine benötigt werden, die einheimische Fauna und Flora. 

Der neue 12-minütige Online-Dokumentarfilm "Vergiftetes Land" schildert diese Zusammenhänge eindringlich.
 

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Bundesrepublik Deutschland

  • Gentechnikfreie Regionen/ Initiativen: 198
  • Beteiligte Landwirte: 29.817
  • Landwirtschaftliche Fläche: 1.074.409 ha
  • Stand: 19.07.10

  • Zahlen | Fakten | Analysen

Gentechnikfreie Kommunen/ Landkreise

  • Anzahl Kommunen: 235
  • Stand: 22.07.10
Schnitzel als Deutschlandkarte mit Aufdruck "ohne Gentechnik"

 

Edeka will das neue Siegel „ohne Gentechnik" nicht einsetzen. Entlassen Sie Deutschlands größten Lebensmittelhändler nicht aus der Verantwortung. Fordern Sie weiter Lebensmittel „ohne Gentechnik"!

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