Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

Positionen der Kirchen zur Agro-Gentechnik

Weintrauben am Weinstock mit Kirche - verschwommen - im Hintegrund; Foto: www.pixelio.de

Die Kirchen setzen sich schon seit Jahren kritisch mit der Agro-Gentechnik auseinander. In dem im März 2003 erschienen gemeinsamen Papier der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz "Neuorientierung für eine nachhaltige Landwirtschaft" heißt es unter anderem: "Eine breite Umsetzung der großen Versprechungen (der Agro-Gentechnik, d.V.) ist bisher ausgeblieben. (...) Die Ambivalenz der Entwicklung liegt auf der Hand und nötigt zu einer grundsätzlichen Reflexion über die Leitwerte einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und Agrarpolitik." (S. 19).

Klarer positionieren sich im Oktober 2003 die Umweltbeauftragten der evangelischen und katholischen Kirchen. Sie verabschiedeten das ökumenische Positionspapier "Ungelöste Fragen – Uneingelöste Versprechen", in dem sie ihre Gründe für die Ablehnung der Agro-Gentechnik formulieren.

Im Mai 2005 verabschiedeten die Umweltbeauftragten beider Kirchen in St. Ulrich bei Freiburg ein Papier, in dem sie den Schutz des gentechnikfreien Anbaus und des sozialen Friedens auf dem Land fordern. Darin heißt es:

"[Wir] fordern die politisch Verantwortlichen dazu auf, bei den Beratungen über das Zweite Gesetz zur Neuordnung des Gentechnikrechts grundlegende Aspekte des Verbraucherschutzes zu erhalten."

Vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen raten die Umweltbeauftragten ab. Auf ihre Initiative hin lassen bereits zahlreiche evangelische Landeskirchen und katholische Diözesen für ihre Pachtflächen das Ausbringen von gentechnisch verändertem Saatgut nicht zu.

Im März 2007 haben die Umweltbeauftragten der Kirchen erneut das Thema Agro-Gentechnik behandelt und schwere Kritik an den von Landwirtschaftsminister Seehofer veröffentlichten Eckpunkten zur Reform des Gentechnikgesetzes geübt.

Die Umweltbeauftragten fordern in ihrem Beschluss die Politik auf, den Willen der VerbraucherInnen nach Gentechnikfreiheit zu respektieren. Sie erwarten vom Deutschen Bundestag, dass er das Gesetz verschärft und keine Aufweichungen bei Haftung und Transparenz zulässt.

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