Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

Novelle des Gentechnikgesetzes - Teil IV

Die Große Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel hat klar gemacht, dass sie der Gentechnik in Deutschland auch gegen den Willen der VerbraucherInnen und LandwirtInnen zum Durchbruch verhelfen will.

Im Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterKoalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD heißt es daher: "Das Gentechnikrecht soll den Rahmen für die weitere Entwicklung und Nutzung der Gentechnik in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen setzen." Die gesetzlichen Regelungen sollen so ausgestaltet werden, "dass sie Forschung und Anwendung in Deutschland befördern."

Landwirtschaftsminister Seehofer hat nach der so genannten dritten Novelle des Gentechnikgesetzes, die der vollständigen Umsetzung der EU-Freisetzungsrichtlinie diente, angekündigt, dass er substanzielle Änderungen am Gentechnikrecht noch im Jahr 2006 vornehmen wolle. Mit seinen Vorstellungen konnte er sich aber im Jahr 2006 innerhalb der Großen Koalition nicht durchsetzen.

Aus seinem Ministerium wurde zunächst ein erstes Startet den Datei-Downloadgeheimes Eckpunktepapier bekannt, das bei Umsetzung das Ende der gentechnikfreien Landwirtschaft in Deutschland bedeuten würde.

Startet den Datei-DownloadEckpunkte des BMELV zur Novelle des Gentechnikgesetzes (pdf, 190 kB)

Der BUND hat die Eckpunkte in einem Startet den Datei-DownloadPositionspapier bewertet.

Startet den Datei-DownloadPositionspapier des BUND zur Novelle des Gentechnikgesetzes (pdf, 50 kB)

Am 24. November 2006 ist ein zweites Eckpunktepapier aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium an die Öffentlichkeit gelangt. Es entstammt der Feder von Horst Seehofer und Forschungsministerin Annette Schavan und ist bislang nicht mit dem Koalitionspartner SPD abgestimmt.

Startet den Datei-DownloadEckpunktepapier aus dem BMELV und dem BMBF (pdf, 780 kB)

Der BUND hat den Entwurf in einem Hintergrundpapier analysiert und mögliche Konsequenzen für die deutsche Landwirtschaft aufgezeigt.

Startet den Datei-DownloadBewertung des BUND (pdf, 60 kB)

Mit der SPD-Fraktion war das am 24. Oktober 2006 erschienene Eckpunktepapier nicht abgestimmt. Die Partei hat deshalb am 1. Februar 2007 eine Bewertung des Papiers aus BMELV und BMBF vorgelegt und eigene Vorstellungen zur Novellierung des Gentechnikgesetzes eingebracht.

Startet den Datei-DownloadEckpunktepapier der SPD-Fraktion zur Novellierung des Gentechnikgesetzes vom 1. Februar 2007 (pdf, 100 kB)

Hier finden Sie eine vergleichende Zusammenfassung der Eckpunkte zur Novellierung des Gentechnikgesetzes der SPD- sowie der CDU-Fraktion.

Startet den Datei-DownloadVergleich der Eckpunkte durch den BUND (pdf, 56 kB)

Am 28. Februar 2007 verabschiedete das Bundeskabinett ein Eckpunktepapier, in dem die Grundsätze zur Novellierung des Gentechnikrechts niedergelegt wurden. Das Papier wurde von Umwelt- und Landwirtschaftsverbänden scharf kritisiert, weil es die Wahlmöglichkeiten der VerbraucherInnen sowie der Bäuerinnen und Bauern gefährdet.

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterEckpunkte der Bundesregierung zur Novellierung des Gentechnikgesetzes vom 28. Februar 2007

Der Kabinettsbeschluss schlägt sich im Referentenentwurf vom 5. April 2007 nieder. Auch die hochkritischen Punkte des vom Bundeskabinett beschlossenen Eckpunktepapiers finden sich in diesem Gesetzesentwurf wieder.

Startet den Datei-DownloadReferentenentwurf eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Gentechnikgesetzes vom 5. April 2007 (pdf, 650 kB)

Der BUND hat den Referentenentwurf in einem Hintergrundpapier analysiert und Stellung dazu bezogen.

Startet den Datei-DownloadStellungnahme des BUND vom April 2007 (pdf, 123 kB)

Am 8. August 2007 hat die Bundesregierung den „Entwurf zur Vierten Novelle des Gentechnikgesetzes“ und die dazu gehörigen Verordnungen verabschiedet.

Startet den Datei-DownloadEntwurf zur Änderung des Gentechnikgesetz (Lesefassung) vom 20. Juli 2007 (pdf, 260 kB)

BUND und AbL hatten jeweils Stellung zum Entwurf bezogen.

Startet den Datei-DownloadStellungnahme des BUND vom Juli 2007 (pdf, 47 kB)

Startet den Datei-DownloadStellungnahme der AbL vom Juli 2007 (pdf, 179 kB)

Weitere Reaktionen aus Politik und Verbänden:

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterGreenpeace: Gentechnikgesetz jetzt verschärfen

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBÖLW: Neues Gentechnikgesetz wirft Fragen auf

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBV: Bauernverband rät weiter von GVO ab

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterBIO DEUTSCHLAND: Stellungnahme (pdf, 70 kB)

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterSPD-Fraktion: Einschätzung des Verhandlungsergebnisses (pdf, 30 kB)

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterLinksfraktion: Gentechnikfreie Landwirtschaft muss geschützt werden

Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterFraktion Bü90/Grüne: Kontrolle der Agro-Gentechnik darf keine Privatsache werden

Der Bundesrat hat am 21. September 2007 seine Stellungnahme zum "Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Gentechnikgesetzes" (Drucksache 535/07), die Bundesregierung ihre Gegenäußerung verfasst (23. 10. 2007).

Startet den Datei-DownloadStellungnahme des Bundesrates zum "Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Gentechnikgesetzes" (Drucksache 535/07)

Startet den Datei-Download"Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Gentechnikgesetzes" (einschl. Gegenäußerung der Bundesregierung zur Stellungnahme des Bundesrates S. 24-26)

Die 1. Lesung des Gesetzes im Bundestag fand am 8.11.2007 statt. Allerdings wurde die Gesetzesvorlage lediglich zu Protokoll genommen und zur Beratung an die Ausschüsse verwiesen. Am 26.11.2007 fand vor dem Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine öffentliche Anhörung statt. Die geladenen Experten lehnten den Gesetzesentwurf aus verschiedenen Gründen ab. Mehr auf Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.bundestag.de.

Am 25. Januar 2008 wurde der Gesetzesentwurf im Deutschen Bundestag beschlossen. Am 15. Februar 2008 hat auch der Bundesrat dem neuen Gesetz zugestimmt.

Das neue Gesetz erleichtert die Nutzung der Gentechnik auf deutschen Äckern. Außerdem senkt es das Schutzniveau für LandwirtInnen, die den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ablehnen. LandwirtInnen, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen, müssen die Ernten ihrer Nachbar nicht zwingend vor gentechnischen Verunreinigungen schützen. Sie können das Gesetz außer Kraft setzen, denn private Absprachen reichen, um auf Schutzmaßnahmen zu verzichten.

Wir haben analysiert, was das neue Gesetz für Landwirte bedeutet, was sich ändert und was bleibt, wie es ist.

Startet den Datei-DownloadBUND-Hintergrundpapier herunterladen

Den Wortlaut der Beschlüsse lesen Sie in der

Startet den Datei-DownloadBeschlussempfehlung und dem Bericht des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Die vollständige Fassung des novellierten Gentechnikgesetzes lesen Sie hier:

Startet den Datei-DownloadGesetz zur Regelung der Gentechnik (GenTG) zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 1. April 2008 I 499,

Sowie die Neufassung der Verordnung über die gute fachliche Praxis bei der Erzeugung gentechnisch veränderter Pflanzen:

Startet den Datei-DownloadGentechnik-Pflanzenerzeugungsverordnung - GenTPfEV vom 7. April 2008

Alle deutschen Gesetzes- und Verordnungstexte bietet die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit juris in diesem Portal an.

Eine hilfreiche Übersicht zu relevanten Rechtstexten (Gesetze und Verordnungen) der EU und der Bundesrepublik findet sich auf den Seiten der Biologischen Bundesanstalt.

Die Novellierung des Gentechnikrechts

Wir haben die Ereignisse zur Novellierung des deutschen Gentechnikrechts von 2004 bis 2008 für Sie zusammengefasst:

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNovelle des Gentechnikgesetzes: Teil 1
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNovelle des Gentechnikgesetzes: Teil 2
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNovelle des Gentechnikgesetzes: Teil 3
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterNovelle des Gentechnikgesetzes: Teil 4

Mehr Transparenz = weniger Felderstörungen!

Immer wieder argumentieren Befürworter der Agro-Gentechnik, das Gentechnik-Gesetz leiste Feldzerstörungen Vorschub, weil alle Standorte flurstückgenau veröffentlicht würden.

Was ist dran an diesem Vorwurf?

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