Corporate Europe Observatory: Approving the GM potato. Conflicts of interest, flawed science and fierce lobbying, November 2010
Im März 2010 hatte die EU-Kommission die Gentech-Kartoffel Amflora nach massiver Lobbyarbeit von BASF zugelassen. Vorausgegangen war 2009 eine umstrittene Stellungnahme der EFSA zur Nutzung von Antibiotika-Resistenzgenen in gentechnisch veränderten Organismen (GMO). Mehr als die Hälfte der unterzeichnenden Mitglieder des zuständigen EFSA-Panels zu GMO hatten laut der Studie Interessenkonflikte nach der Definition der OECD.
Die Studie beleuchtet die Lobbyarbeit für die Gentech-Kartoffel Amflora und die Verflechtungen der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Sie zeigt einmal mehr die engen Verbindungen zur Industrie und die fehlenden Sicherheitsvorkehrungen gegen Interessenkonflikte.
Studie "Approving the GM potato" herunterladen (auf englisch)
Häusling, M. (MdEP, Hrsg.): Artenvielfalt statt Sojawahn, September 2011
Der Eiweißmangel in der EU: Wie lässt sich das seit langem bestehende Problem lösen?
Hohe Sojaimporte sind die Voraussetzung der europäischen industriellen Landwirtschaft. Dabei birgt die Abhängigkeit Europas von Eiweißimporten für die immense Fleischproduktion ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Risiken – sowohl in den Ländern des Sojaanbaus als auch für viele europäische Landwirte. Eine sinnvolle Stärkung des Eiweißpflanzenanbaus in der EU würde mehr Ünabhängigkeit, Regionalität, Qualität und Wertschöpfung für Landwirte und Regionen schaffen. Nicht zuletzt könnten auch Klima, Boden, Wasser und die Artenvielfalt davon profitieren.
Die Studie gibt einen guten Überblick über der Status Quo rund um das Thema Leguminosen in Europa und zeigt die notwendigen Aktionsfelder für eine Stärkung des Eiweißanbaus auf.
Ranjith, M.; Prabhuraj, P.; Srinivasa, Y.: Überleben und Vermehrung natürlicher Populationen des Baumwollkapselwurms (Helicoverpa armigera) auf Bt-Baumwolle in Raichur, India; Dezember 2010
Acht Jahre nach Beginn des kommerziellen Anbaus von Gentech-Baumwolle zeigt eine Studie aus Indien, dass der bedeutendste Schädling im Baumwollanbau auf den gentechnisch manipulierten Pflanzen überlebt und sich sogar auf ihnen vermehrt. Das amerikanische Agrar-Unternehmen Monsanto vertreibt diese Pflanzen als Baumwolle mit genetischem Schädlingsschutz gegen eben diesen Schädling, den Baumwollkapselwurm . Die Studie der indischen Universität für Agrar-Wissenschaften belegt, dass der Schädling sich auch auf Gentech-Pflanzen der zweiten Generation - also solchen, die zwei Gifte produzieren - vermehren konnte. Gerade diese hatte Monsanto im vergangenen Jahr den indischen Landwirten empfohlen und damit eingestanden, dass die Gentechbaumwolle der ersten Generation nicht den versprochenen Schutz liefert.
Download
Kurzfassung der Studie:
Survival and reproduction of natural populations of Helicoverpa armigera Bt-cotton hybrids in Raichur, India (Englisch, pdf 155 kB)
Carrasco et al.: GV-Soja - Nachhaltig? Verantwortungsbewusst?, September 2010
Das Forscherteam um Andrés Carrasco weist in einer neuen Studie die Gefährlichkeit des Spritzmittels Roundup nach, das auf Gentechnik-Soja-Äckern massenweise angewendet wird. Die Studie widerlegt die Behauptungen der Gentechnik-Industrie, die den Anbau von Gentechnik-Soja stets als nachhaltig verkaufen will. Die Probleme der Anwendung zeigen sich überall: Glyphosat-resistente „Superunkräuter“ treten vermehrt auf, wodurch der Chemie-Einsatz erhöht werden muss. Zudem fand Carrasco nun in seiner Studie heraus, wie Embryos von Hühnern und Fröschen durch den Roundup-Wirkstoff Glyphosat geschädigt wurden.
Download
Kurzfassung der Studie: GV-Soja – Nachhaltig? Verantwortungsbewusst? (pdf, 344 kB)
Simon Zeller, Olena Kalinina, Susanne Brunner, Beat Keller, Bernhard Schmid: Umwelteffekte auf transgene Weizenpflanzen, Juli 2010
Gentechnisch veränderte Weizenlinien, die mit einem Resistenzgen gegen die Pilzerkrankung Mehltau ausgestattet wurden, werfen im Gewächshaus bis zu doppelt so viel Ertrag ab wie Kontrollpflanzen. Im Feld jedoch machen Trockenheit, Insektenbefall und die Konkurrenz von Nachbarpflanzen dem Weizen zu schaffen. In dieser Umgebung ist die Pilzresistenz zwar ebenfalls wirksam, führt aber bei einigen Weizenlinien zu Ertragseinbußen. Außerdem wachsen im Freilandversuch die Ähren einiger gentechnisch veränderten Weizenlinien in einer anderen Form, welche einen Befall mit einem anderen Pilz, dem Mutterkorn, begünstigt.
Diese Nebeneffekte treten bei einigen Weizenlinien gar nicht auf, bei anderen sind sie verschieden stark ausgeprägt, was – so vermuten die Forschenden – mit der unterschiedlichen Position und Aktivität des Resistenzgens zusammenhängen könnte.
Daraus schließt eine Studie innerhalb des Nationalen Forschungsprogramms "Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen" (NFP 59, Schweiz), dass sich Daten aus dem Gewächshaus nicht auf die Situation im Feld übertragen lassen.
Download
Transgene × Environment Interactions in Genetically Modified Wheat (Englisch, pdf, 573 kB)
Testbiotech/ Greenpeace: Gentechnisch veränderter Mais fördert Ausbreitung von Schädlingen, März 2010
Ausgelöst durch den großflächigen Anbau von gentechnisch verändertem Mais breitet sich in den USA ein neuer Schädling im Maisanbau aus. Die Raupe des Western Bean Cutworm (zu deutsch etwa 'Westlicher Bohnenschneider') befällt die Kolben von Maispflanzen, war aber bislang kein Problem für Landwirte. Jetzt verursacht er massive Schäden in den Regionen, in denen MON810 (Handelsname YieldGard) der Firma Monsanto angebaut wird. MON810 produziert ein Insektengift, das die natürlichen Konkurrenten des Western Bean Cutworm verdrängt und diesem so eine neue ökologische Nische schafft. Dies geht aus einem Bericht hervor, den Testbiotech im Auftrag von Greenpeace verfasst hat.
Testbiotech wertete im Auftrag von Greenpeace verschiedene Berichte über die Ausbreitung des Western Bean Cutworm aus und befragte verschiedene Experten. Die eigentliche Ursache für die Ausbreitung des Bohnenschneiders sind auch bei den Landwirten in den USA kaum bekannt, obwohl sich der Schädling seit dem Jahr 2000 über den gesamten Corn Belt ausgebreitet hat.
Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace, fasst die Ergebnisse des Berichts zusammen. „Auf den Äckern findet ein Wettrüsten gegen die Natur statt, das zu mehr Insektengiften und immer neuen gentechnisch veränderten Pflanzen führt. Dadurch können massive Schäden in der Umwelt verursacht werden. Zu den Opfern könnten auch die Landwirte gehören, die immer mehr Geld für Saatgut und Spritzmittel ausgeben müssen, ohne dass ihre Erträge steigen. Die von der Industrie angebotenen Lösungen sind weder nachhaltig noch ökologisch angepasst und werden zu einer weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft führen.“
Download
Gentechnisch veränderter Mais fördert Ausbreitung von Schädlingen (pdf, 1,8 mB)
Charles Benbrook: "Der Einfluss gentechnisch veränderter Pflanzen auf den Pestizidverbrauch", November 2009
"Dieser Report bestätigt, was wir seit Jahren wissen", sagt Bill Freese vom Aktions-Netzwerk Center for Food Safety: Der Einsatz von gentechnisch veränderten Mais-, Soja- und Baumwolle-Pflanzen hat in den USA zu einem stark angestiegenen Verbrauch von Pestiziden geführt. Demnach führt der Einsatz von Gentechnik auch zu einer Ausbreitung von Unkräutern, die gegen Pflanzengifte resistent sind. Außerdem sind die Pestizid-Rückstände in Lebensmittel angestiegen.
Für die Studie wurden offizielle Daten zum Pestizidverbrauch des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums von mehreren Umweltorganisationen ausgewertet. Ergebnis: Zwischen 1996 und 2008 ist der Verbrauch von Herbiziden um 383 Millionen Pfund angestiegen.
Gentechnik-Pflanzen werden seit 1996 in den USA kommerziell angepflanzt und haben sich bei Landwirten schnell durchgesetzt. Besonders häufig werden "Roundup Ready"-Pflanzen angebaut, die gegen das Spritzmittel "Roundup" resistent sind. Beides wird von Monsanto angeboten, dem Marktführer der Biotech-Branche.
Download
"Impacts of Genetically Engineered Crops on Pesticide Use: The First Thirteen Years" (Englisch/ pdf, 1,4 mB)
BUND-Studie: "Für Fleisch nicht die Bohne", November 2008
Die Produktion von Futter und Agrosprit beansprucht erhebliche Ackerflächen außerhalb der EU. Die steigende Nachfrage nach Zuckerrohr und Soja führt in den Exportländern zu großen sozialen Problemen und wirkt sich negativ auf die Umwelt aus.
Die Futtermittelwirtschaft klagt, dass die Rohstoffbasis bereits knapp werde, weil in der EU zahlreiche gentechnisch veränderte Futtermittelpflanzen einer Null-Toleranz unterliegen. Die Bundesregierung hat der Fleischbranche Unterstützung zugesagt. So drängt sie bei der Kommission darauf, dass gentechnisch veränderte Futtermittel, die in der EU keine Zulassung haben, künftig eine beschleunigte Zulassung erhalten...
Download
Gutachten zur Bewertung der Freisetzung der gentechnisch veränderten BASF-Kartoffel Amflora, Juni 2007
Die BASF Plant Science (zuvor Amylogen HB) stellte am 3. Februar 2003 in Schweden einen Antrag auf Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten Kartoffeln.
Am 20. November 2006 folgte der Antrag in der Bundesrepublik auf Genehmigung zu Freisetzungen der Amflora-Kartoffelpflanzen in den Jahren 2007 und 2008 in drei Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Bei den Flächen in der Gemeinde Zepkow und der Gemeinde Bütow (Meck-Pom) handelte es sich jeweils um ein Flurstück für die Freisetzung. In der Brandenburgischen Gemeinde Perleberg sollten gentechnisch veränderte Pflanzen auf insgesamt 22 Flurstücken freigesetzt werden. Die Freisetzungen wurden auf sämtlichen beantragten Flächen mit einer Gesamtfläche von 155 ha genehmigt.
In dem Rechtsgutachten wurden diese Freisetzungen der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora der Firma BASF juristisch bewertet. Dabei wird auf drei Fragestellungen eingegangen:
- Sind Freisetzungen für 155 ha landwirtschaftliche Nutzfläche zulässig?
- Sind Freisetzungen zum Zweck der Pflanzgutvermehrung zulässig?
- Welche Handlungsmöglichkeiten sind aufgrund der Richtlinie 2001/18/EG gegeben?
Download:
Gutachten zur Bewertung der Freisetzung der gentechnisch veränderten BASF-Kartoffel Amflora (pdf, 131 kB)
Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Der Anbau gentechnisch veränderter Kulturpflanzen in Brandenburg, März 2007
Das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg hat eine Broschüre zum Gentechnikanbau in Brandenburg heraus gegeben. Sie versammelt Artikel zur Geschichte und zur aktuellen Lage des Anbaus gentechnisch veränderter Kulturpflanzen in Brandenburg, zum Widerstand in der Region mit ihren Beweggründen und Hindernissen. Damit ist nicht nur das Aktionsbündnis selbst angesprochen, sondern auch die Diskussionen um die freiwillige Feldbefreiung und den gentechnikfreien Regionen.
Die Broschüre will einen Einblick geben in Strategien und Beweggründe der relevanten Akteure für und gegen die Agro-Gentechnik - in Brandenburg und über Brandeburg hinaus. So gibt es zum Beispiel einen Artikel zu Monsanto und Märka, eine Darstellung der Aktivitäten von InnoPlanta e.V. und einen Artikel zur allgemeineren Problematik der Nachwachsenden Rohstoffe.
Download
Der Anbau gentechnisch veränderter Kulturpflanzen in Brandenburg
Shenghui Wang/David Just/Per Pinstrup-Andersen: Tarnishing Silver Bullets. Bt Technology Adoption, Bounded Rationality and the Outbreak of Secondary Pest Infestations in China (Folgen der Einführung von Bt-Baumwolle in China), Juni 2006
Was Charles Benbrook für die Vereinigen Staaten und Argentinien feststellte, gilt auch für Gentech-Pflanzen in China. Schon wenige Jahre nach ihrer Einführung machen sich angepasste Schädlinge breit und der Pestizidverbrauch steigt an.
In China untersuchten die Forscher die Folgen des Anbaus von Bt-Baumwolle vier Jahre nach deren Einführung.
Download
Zusammenfassung der Studie (pdf, 18 kB)
Markus Schorling: Ökologische und phytomedizinische Untersuchungen zum Anbau von Bt-Mais im Maiszünslerbefallsgebiet Oderbruch, Juli 2005
Die Doktorarbeit der Universität Potsdam untersucht die Auswirkungen des großflächigen Anbaus von Bt-Mais auf die Umwelt und Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes im Oderbruch, einem permanenten Befallsgebiet des Maiszünslers. Die erwarteten ökonomischen Vorteile des Bt-Mais-Anbaus blieben in den fünf Untersuchungsjahren aus.
Download
Ökologische und phytomedizinische Untersuchungen zum Anbau von Bt-Mais im Maiszünslerbefallsgebiet Oderbruch (pdf, 1,9 MB)
Charles Benbrook: Rust, Resistance, Run Down Soils, and Rising Costs. Problems Facing Soybean Producers in Argentina (Probleme beim Anbau von Gen-Soja in Argentinien), Januar 2005
Etwa 98 Prozent der argentinischen Soja-Anbaufläche sind mit gentechnisch verändertem Soja bepflanzt. Das Land ist - nach den USA - der zweitweltgrößte Produzent von gentechnisch verändertem Soja.
Der amerikanische Agrarwissenschaftler Charles Benbrook hat die Auswirkungen des Anbaus von Gen-Soja auf den Pestizidverbrauch untersucht.
Die Studie liegt nur in Englisch vor. Greenpeace Deutschland hat eine Zusammenfassung in deutscher Sprache veröffentlicht.
Download
Rust, Resistance, Run Down Soils, and Rising Costs. Problems Facing Soybean Producers in Argentina (pdf, 1,3 MB)
Anbau von Gen-Soja in Argentinien (Zusammenfassung) (pdf, 265 kB)
Charles Benbrook: Genetically Engineered Crops and Pesticide Use in the United States: The First Nine Years (Genetisch veränderte Pflanzen und der Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln in den USA: Die ersten neun Jahre), Oktober 2004
Der Bericht ist der siebte in der Serie Technical Papers, die von den Benbrook Consulting Services erstellt wurden. Dr. Charles Benbrook ist Agrarökonom und ehemaliger Geschäftsführer des Landwirtschaftsausschusses der US-amerikanischen National Academy of Sciences.
Seit 1996 werden in den USA gentechnisch veränderte Pflanzen kommerziell angebaut. Die Studie zeigt, dass der Einsatz von Herbiziden auf den Gentech-Feldern in den ersten drei Jahren rückläufig war, seitdem jedoch wieder steigt. Dieses Anwachsen verursachen in erster Linie die resistent gewordenen Unkräuter auf Feldern mit herbizidresistenten Mais-, Soja- und Baumwoll-Pflanzen. Bei den insektenresistenten Pflanzen Mais und Baumwolle sank der Verbrauch von Insektiziden um fünf Prozent. Insgesamt ist der Pestizidverbrauch seit 1996 in den USA um 4,1 Prozent gestiegen.
Benbrook sieht die Ursache darin, dass die Unkräuter gegen die versprühten Mittel zunehmend Resistenzen ausbilden bzw. schwerer zu bekämpfende an ihre Stelle treten und damit mehr Herbizide zur Anwendung kommen.
Download
Genetically Engineered Crops and Pesticide Use in the United States: The First Nine Years (pdf, 2,7 MB)
Charles Benbrook: Farm-Level Economic Impacts of Bt Corn From 1996 through 2001: An Independent National Assessment (Wirtschaftliche Auswirkungen des Anbaus von Bt-Mais auf Betriebsebene von 1996 bis 2001), November 2001
Dieser Ende 2001 veröffentlichte Bericht von Charles Benbrook zeigt, dass der Anbau von Bt-Mais US-amerikanischen Landwirten keine oder nur kaum wirtschaftliche Vorteile, in der Regel sogar Nachteile bringt.
Die Studie und ihre Zusammenfassung liegen nur im englischen Original vor.
Download
Farm-Level Economic Impacts of Bt Corn from 1996 through 2001 (605 kB)
Farm-Level Economic Impacts of Bt Corn, from 1996 through 2001 (Zusammenfassung, engl.) (pd, 267 kB)

