Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

Hart, M. H.: Nachweis der Transgene cp4 epsps in der Bodennahrungskette, 2009

Forscher der kanadischen University of Guelph berichten, dass in einer Vielzahl von Bodenorganismen transgene DNS zu finden ist. Untersucht wurde die Wirkung des Roundup-Ready-Maises auf die Boden-Umwelt. Der Transport der transgenen DNA in die Nahrungskette des Bodens bedeutet die Gefahr eines horizontalen Gentransfers und damit diese Freisetzung in die Umwelt. Das Forscherteam um Miranda Hart und Jeff Powell hat die Präsenz der Transgene in der Bodennahrungskette quantifiziert. Konkret ging es um die Transgene cp4 epsps, die in zahlreichen Organismen wie etwa Würmern nachgewiesen werden konnten.

Die Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die transgene DNS in der Nahrungskette der Bodenorganismen nicht signifikant abgebaut werden. Ob und wie die fremde DNS die Bodenorganismen beeinflussen und gar schädigen kann und welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die Bodengesundheit haben können, ist bisher nicht untersucht.

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Startet den Datei-DownloadDetection of transgenic cp4 epsps genes in the soil food web. (Englisch)

Mute Schimpf: Koexistenz im landwirtschaftlichen Alltag. Bericht zur Verbreitung von gentechnisch verändertem Material durch Landmaschinen, Juni 2006

"Koexistenz ist möglich", so heißt es immer wieder, ohne aber zu erklären, wie das in der Praxis gehen soll. Schon beim Anbau ist unklar, wie verhindert werden soll, dass die Felder in der Nachbarschaft von Äckern mit gentechnisch veränderten Pflanzen kontaminiert werden. Die Debatten um Abstandsvorgaben oder um die Bienen, die sich nicht an Feldgrenzen halten, sind Beispiele dafür, wie komplex die Natur ist. Ein ganzer Bereich aber ist bisher noch nicht einmal beachtet worden, wenn es um Koexistenz geht: Was passiert in den Maschinen, die vor, während und nach dem Anbau überbetrieblich zum Einsatz kommen, also auf Feldern mit und auf Feldern ohne Gentechnik: Sämaschine, Mähdrescher, Häcksler, Anhänger, Pflanzenschutz-Spritzen...? Wie groß ist das Risiko, dass es dabei zu Verschleppungen kommt, wie hoch ist der Aufwand, um Verschleppungen zu verhindern oder mindestens zu minimieren?

Mute Schimpf hat mit ihrer Diplomarbeit vom Frühjahr 2006 an der Universität Kassel diesen Bereich unter die Lupe genommen. Ihre Arbeit zeichnet sich durch eine hohe Praxisnähe aus und ist daher besonders für Bauern und Bäuerinnen von hohem Wert. 

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Richard Verhoeven/Broder Breckling/Michael Glemnitz: Die schleichende Ausbreitung von transgenem Raps, 2004

Die Forschungszeitschrift impulse der Universität Bremen berichtet in der Ausgabe 1/2005 von einem Computermodell, das Forscher vom Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnolgie (UFT) zur Simulation der Rapsausbreitung in Norddeutschland entwickelt haben. In dem Artikel heißt es: "Um die mögliche Ausbreitung neuer Gene im norddeutschen Rapsanbau abzuschätzen, hat der Forschungsverbund GenEERA (Generische Erfassung und Extrapolation der Rapsausbreitung) relevante Daten gesammelt und ein Computermodell zur Simulation der Rapsausbreitung in Norddeutschland entwickelt. Das Projekt ist das einzige Vorhaben der biologischen Sicherheitsforschung, das die mögliche Wirkung gentechnisch veränderter Pflanzen im regionalen Maßstab - über die Versuchsfelder hinaus - betrachtet. Im Modell kann das Schicksal jeder einzelnen Pflanze von der Keimung über die Blüte bis zum Absterben verfolgt werden.

Die Ergebnisse aus typischen Modellparzellen von einem Quadratkilometer können auf ähnliche Felder der Region hochgerechnet werden. Die Simulation im Modell belegt die hohe Wahrscheinlichkeit einer schleichenden Ausbreitung von gentechnisch verändertem Raps im norddeutschen Raum über die Gentechnik-Anbauflächen hinaus. (...)

In Anlehnung an französische Studien wird in den ersten fünf Jahren ein Zehntel der Aussaat als GV-Raps für das Modell angenommen. Für weitere fünf Jahre wird mit einer Steigerung auf 50 Prozent gerechnet. Nach zehn Jahren Anbau von GV-Raps berechnet das Modell aufgrund von Ernteverlusten bis zu 13 Millionen GV-Samen pro Hektar, die das Gen zur Herbizidresistenz tragen. Bis zu zehn Jahre können Rapssamen im Boden überleben."

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Christian Schlatter/Bernardette Oehen: Gentechnik in der Landwirtschaft. Räumliche Aspekte der Koexistenz in der Schweiz, September 2004

Die Studie von Christian Schlatter und Bernardette Oehen, MitarbeiterInnen des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick/Schweiz, zeigt, dass die Koexistenz verschiedener Produktionsformen, wie sie das Schweizerische Gentechnikgesetz vorsieht, in der kleinräumig strukturierten Schweizer Landwirtschaft - wenn überhaupt - nur mit einem riesigen Zusatzaufwand der Landwirte zu erreichen ist.

"Wollen wir in der Schweiz eine gentechnikfreie Produktion erhalten, müsste die Fruchtfolge unter den Betrieben regional geplant werden", führte Christian Schlatter vom FiBL aus. Angesichts des riesigen zusätzlichen Aufwandes an Koordination und Kontrollen fragte seine Kollegin Bernadette Oehen, ob ein Verzicht auf den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht die ökonomischste Lösung wäre.

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Meldung des Tages

03.02.12 18:25

Gentechnik-Aktivisten freigesprochen

Zwei Aktivisten wurden vom Vorwurf der Nötigung im Berufungsprozess durch das Landgericht...


Logo mit Aufschrift: Informationsdienst Gentechnik

Der Informationsdienst Gentechnik bietet ebenfalls eine aktuelle Zusammen-stellung relevanter Studien zum Thema Koexistenz.

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