Deutsche Bank Research: Lebensmittel - Eine Welt voller Spannungen, 2009
Eine überraschend kritische Studie zum Thema Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft kommt in diesen Tagen von der Deutschen Bank. In der Untersuchung wird deutlich: Die Bedeutung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft für die globale Lebensmittelversorgung ist enorm. Die Agrarpolitik müsse sich an Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit orientieren. Auch die Gentechnik wird kritisch betrachtet. Zwar wird auch auf Chancen der Biotechnologie hingewiesen, langfristige Auswirkungen wären aber noch nicht abzusehen. Der Anbau von Gentechnik-Pflanzen birgt außerdem das Risiko der Resistenzbildung. Auch wird vor Abhängigkeiten armer Bauern von Saatgutfirmen gewarnt.
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Lebensmittel: Eine Welt voller Spannungen, (pdf, 832 kb)
BÖLW e.V. (Hrsg.): Schadensbericht Gentechnik, Berlin, März 2009 (Autoren: Christoph Then, Antje Lorch)
Der Streit um die Gentechnik hält unvermittelt an. Um die Debatte stärker auf eine sachliche Grundlage zu stellen, legt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW e.V.) den Schadensbericht Gentechnik vor.
Der Blick ernüchtert. Denn positive wirtschaftliche Effekte der Gentechnik sind für Landwirte allenfalls gering und kommen nur unter sehr speziellen, kaum kalkulierbaren Bedingungen zum Tragen. Werden die zwangläufig notwendigen Kosten für ein Resistenzmanagement oder Warentrennungssysteme mitgerechnet, wird die Gentechnik vollends zum Zuschussgeschäft. Dazu kommen Kosten in Milliardenhöhe für Schäden durch Kontaminationen mit Konstrukten, die - da keine Zulassung vorliegt - nie hätten in die Nahrungskette gelangen dürfen.
Der Bericht wirft ein Schlaglicht auf die ökonomische Dimension der Agro-Gentechnik, indem er Nutzen, Kosten und Schäden auf nationaler und internationaler Ebene zusammenstellt, verschiedene Schadensfälle auflistet und Daten liefert, die entstehende Kosten derer Lebensmittelhersteller beschreiben, die sich um eine gentechnikfreie Produktion bemühen.
In der Bilanz erscheint der Einsatz der Agro-Gentechnik ökonomisch problematisch.
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Schadensbericht Gentechnik, BÖLW (Hrsg.) (pdf, 374 kB)
Friends of the Earth Europe (Hrsg.), The EU’s Biotechnology Strategy. Mid-term review or mid-life crisis?, Brüssel, März 2007.
Beim EU-Minister-Rat "Wettbewerb" am 25./26. Juni 2007 steht die Halbzeitüberprüfung der EU-Strategie Biotechnologie auf der Tagesordnung, bei der auch neue Ziele für die Entwicklung der Biotechnologie festgelegt werden sollen.
Im Vorfeld dieser Entscheidung hat Friends of the Earth im März 2007 eine Studie zu den sozioökonomischen Folgen der Gentechnik in der Landwirtschaft im Vergleich zum Biolandbau vorgelegt. Demnach hat umweltfreundliche Landwirtschaft wie zum Beispiel Biolandbau deutlich positive Effekte wie vermehrten sozialen Zusammenhalt, Wachstum und Arbeitsplätze, während Unternehmen, die GVO-Saatgut und -nahrungsmittel entwickeln, praktisch keine Jobs, wenig Investitionen und zu wenig Profit schaffen.
Weiters thematisiert der Bericht den Mangel an offiziellen Daten über die (Miss-)Erfolge der Gentechnik in der Landwirtschaft, die Vernachlässigung knventioneller und ökologischer Landwirtschaft zu Gunsten von GVO-Saatgut. Außerdem behandelt wird der drohende wirtschaftliche Schaden für den Biolandbau durch gv-Kontaminationen.
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FoE-Studie "The EU’s Biotechnology Strategy. Mid-term review or mid-life crisis?" (engl.) (pdf, 2200 kB)
FoE-Studie "The EU’s Biotechnology Strategy. Mid-term review or mid-life crisis?" (engl.), Zusammenfassung (pdf, 500 kB)
Wann rechnet sich Bt-Mais? Untersuchungen zu Konsequenzen des Anbaus von GVO in Sachsen, Juli 2008
Zweijährige Untersuchungen ergaben, dass sich der Anbau von Bt-Mais erst rechnet, wenn dadurch Ertragsausfälle von über 3 dt/ha bei Körnermais und 20 dt/ha bei Silomais vermieden werden können.
Beim Anbau von Bt-Mais ist mit einem Mehraufwand in den verfahrensbezogenen Kosten zu rechnen. In den von der Landesanstalt für Landwirtschaft untersuchten Betrieben ergaben sich höhere Saatgutkosten von 35 - 40 €/ha. Der Arbeitszeitaufwand für Reinigungsarbeiten, Antragstellung und Organisation wurde mit etwa 0,3 bis 0,4 Akh/ha beziffert, wobei dieser bei zunehmendem Anbauumfang sinkt. Zusätzlich können Kosten für die Zwischenreinigung der Maschinen sowie für höhere N-Düngung bei höherem Ertragsniveau entstehen. Insgesamt wurde ein Mehraufwand von durchschnittlich 52 € pro ha ermittelt.
Schwerpunkte der Anbauversuche der LfL waren das Monitoring von Maiszünslern und das Auskreuzungsverhalten von Bt-Mais. Neben ökonomischen Vergleichen wurde auch der Futterwert von Bt-Mais im Vergleich zu konventionellen Maissorten untersucht. Insgesamt ergab sich, dass Bt-Maisanbau nur bei hohem Zünslerbefall sinnvoll ist.
Entscheidendes Kriterium für eine Anbauentscheidung ist jedoch der zu erwartende Ertragsausfall in Befallsgebieten. Alle Ergebnisse der Untersuchung wurden nun in der Schriftenreihe 15/2008 - Untersuchungen zum Anbau von GVO in Sachsen veröffentlicht.
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Untersuchungen zu Konsequenzen des Anbaus von GVO in Sachsen, Schriftenreihe der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft (pdf, 4000 kB)
BUND und Carl-von Ossietzki-Universität Oldenburg: "Grüne Gentechnik als Arbeitsplatzmotor? Genaueres Hinsehen lohnt sich.", Juni 2006
Entgegen allen Beteuerungen von Industrie und Lobbyverbänden: Die Agro-Gentechnik-Branche ist kein Arbeitsplatzmotor. Und sie verfügt auch nicht über das Potenzial, dazu zu werden. Durchgeführt wurde die Untersuchung "Grüne Gentechnik als Arbeitsplatzmotor? Genaueres Hinsehen lohnt sich" vom Lehrstuhl für Unternehmensführung der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.
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