Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

04.07.12 16:49 Alter: 2 Jahre

Studie zu Gentechnik-Baumwolle löst heftige Kritik aus

 

Eine Langzeit-Studie zum Anbau von Gentechnik-Baumwolle in Indien der Universität Göttingen erntet heftige Kritik seitens Kishor Tiwari, Präsident der landwirtschaftlichen Interessenvereinigung Vidarbha Jan Andolan Samiti (VJAS). Die Untersuchung - mittlerweile oft "die deutsche Studie" genannt - kommt zu dem Ergebnis, dass der Anbau von Gentechnik-Baumwolle zu einem Mehrertrag von 24 Prozent durch die Einsparung von Insektiziden führe. Dies entspreche einem Gewinnzuwachs von 50 Prozent. Tiwari hält die Studie jedoch für realitätsfern. Es ist seiner Meinung nach "unfair", aus der Studie den Schluss zu ziehen, Gentechnik-Baumwolle erhöhe die Erträge und den Lebensstandard der Kleinbauern.

Tiwari hält eine Studie mit 533 landwirtschaftlichen Haushalten für nicht repräsentativ, da in Indien auf einer Fläche von 12 Millionen Hektar etwa 10 Millionen Bauern gentechnisch veränderte Baumwolle anbauen. Mehrere indische Berichte deuten auf einen klaren Zusammenhang zwischen dem Selbstmord von Landwirten und dem Anbau von Gentechnik-Baumwolle in dem Land hin. Bauernpräsident Tiwari hatte daher die Verfasser der Studie, Jonas Kathage und Prof. Dr. Matin Qaim, zu einem Besuch in der Region Vidarbha eingeladen, in der mehr als 9.000 Baumwoll-Bauern Selbstmord begangen haben und 100 Prozent der Gentechnik-Landwirte in Not leben. Denn Gentechnik-Saatgut kann bis zu 50% teurer sein, ohne den versprochenen Mehrertrag und -gewinn.

Auch der Bericht zu Gentechnik-Baumwolle des internationalen Forschungsinstituts Central Institute of Cotton Research (CICR) kommt zum Fazit, dass Gentechnik-Saatgut mehr kostet und letztlich mehr Pestizide und Dünger benötigt als nicht gentechnisch Verändertes. Das Forschungsinstitut und die Regierung von Maharashtra haben daher ein Pilot-Projekt mit dem Titel „Brazilian Model of Non-Bt. Cotton Promotion“ initiiert, bei dem in acht Distrikten der Region Vidarbha nicht gentechnisch veränderte Baumwoll-Sorten anstatt Hybriden oder Gentechnik-Samen angepflanzt werden. Tiwari deutet dies als klares Zeichen, dass Gentechnik-Baumwolle keine Option ist.

Meldung vom Informationsdienst Gentechnik am 4. Juli 2012

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