Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

Nordrhein-Westfalen

Landeswappen Nordrhein-Westfalen, Foto: Wikipedia


Auf Antrag der Fraktionen der Bündnisgrünen und der SPD spricht sich der Landtag am 11. Januar 2011 für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in ganz Nordrhein-Westfalen aus und erwartet von der Landesregierung, dass sie sich auf allen Handlungsebenen aktiv für den Erhalt der gentechnik-freien Landwirtschaft und für Lebensmittel ohne Gentechnik einsetzt.

Er fordert die Landesregierung dazu auf:

  • sich für eine flächendeckende gentechnikfreie Landwirtschaft einzusetzen
  • sich für Lebensmittel ohne Gentechnik einzusetzen
  • keine Sortenprüfungen und keinen Anbau von genveränderten Pflanzen auf landeseigenen Flächen zuzulassen
  • sich für ein striktes Reinheitsgebot bei Saatgut ("Nulltoleranz") stark zu machen
  • die gentechnikfreie pflanzenökologische Forschung für Land- und Lebensmittelwirtschaft auszuweiten und zu vernetzen
  • den Anbau von Gentech-Pflanzen auf landeseigenen landwirtschaftlichen Flächen über Pachtverträge auszuschließen
  • eine NRW-Initiative zu gentechnikfreien Regionen zu starten: Vernetzung, Gründung und Bewerbung nach außen
  • die Aufnahme ins "Europäische Netzwerk gentechnikfreier Regionen" anzustreben

Am 10. Oktober 2011 ist Nordrhein-Westfalen dem Europäischen Netzwerk Gentechnikfreier Regionen beigetreten.

In ihrem am 18. Juni 2012 unterzeichneten Koalitionsvertrag beschlossen die SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN folgende Punkte:

  • in Zusammenarbeit mit den Landwirten alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um NRW gentechnikfrei zu halten
  • sich im Bundesrat gegen eine weitere Lockerung des Gentechnikgesetzes und für die Anwendung des Verursacher-Prinzips auszusprechen
  • sich für die Nulltoleranz bei Saatgut, Futter- und Lebensmitteln einzusetzen
  • sich dafür auszusprechen, dass auf landeseigenen Flächen weiterhin ein Gentechnikverbot besteht
  • Initiativen zur Erarbeitung und Einführung eines Regionalzeichens für Produkte und Lebensmittel, welches u.a. den Ohne Gentechnik-Standard enthält, zu starten

Meldung des Tages

29.10.14 17:18

Synthetische Biologie: Vorsorge statt „Wilder Westen“

Zehn Tage lang verhandelten mehr als 190 Staaten, die das Übereinkommen über die biologische...


GVP in der Anbau-Pipeline

In unserer Übersicht erfahren Sie, welche Gentech-Pflanzen (GVP) sich noch in der Anbau-Pipeline für die EU befinden, welche Anträge auf Anbauzulassung zurückgezogen wurden und welche Anbauzulas-sungen nicht mehr gültig sind.

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TTIP & CETA: sEBI gestartet

Logo "Gentechnik - TTIP unfairhandelbar"

Die Freihandels-abkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) und mit Kanada (CETA) bergen zahlreiche Risiken. Im Bereich der Gentechnik droht eine Aushöhlung der Gentech-Kennzeichnungspflicht in der EU. Ein breites Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen hat sich unter dem Namen "TTIP unfairhandelbar" zusammen-geschlossen und fordert über eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) den Stopp der Verhandlungen. Da die Europäische Kommission die EBI abgelehnt hat, zieht das Bündnis nun vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH). An der selbstorganisierten EBI (sEBI) können Sie online teilnehmen.

 

 

Kurz notiert

Gründung: 11.01.2011/18.06.2012

Startet den Datei-DownloadLandtagsbeschluss

Startet den Datei-DownloadKoalitionsvertrag

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