Gentechnikfreies Kirchenland

Die beiden großen Glaubensgemeinschaften der Evangelischen und Katholischen Kirche gehören in Deutschland zu den größten Grundbesitzern. Wie viel Land die Katholische Kirche im Detail besitzt und verpachtet, ist nicht bekannt; die Evangelische Kirche hingegen veröffentlicht Zahlenmaterial. Nach Auskunft der EKD besitzen die rund 16.000 eigenständigen evangelischen Kirchengemeinden etwa 325.000 Hektar Grund, der weit überwiegende Teil davon ist landwirtschaftliche Nutzfläche.
Beide Kirchen haben sich in der Vergangenheit zur Thematik Agro-Gentechnik geäußert und unterschiedlich differenziert Position bezogen.
1996 sprach sich als erste die Synode der Kirchenprovinz Sachsen gegen den Anbau gentechnisch veränderten Saat- und Pflanzguts aus. Seit 1. Januar 1997 ist in allen Pachtverträgen, die innerhalb der Kirchenprovinz neu abgeschlossen wurden, ein zusätzlicher Passus enthalten. Danach ist es den Pächtern nicht erlaubt, gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzgut auf der Pachtfläche auszubringen bzw. anzubauen. Seit dieser Entscheidung der Kirchenprovinz Sachsen haben immer mehr Kirchenleitungen und Synoden der Evangelischen Gliedkirchen ähnliche Beschlüsse gefasst.
Beschlüsse der Landessynoden und Kirchenleitungen, Stand: 30.07.2012
Übersichtskarte, Stand: 30.07.2012


