Gentechnikfreie Regionen in Deutschland

Gentechnikfreie Regionen in Deutschland nach Größenklassen

Gentechnikfreie Regionen (GfR) in Deutschland sind bislang mehrheitlich kleinräumig. Von 153 erfassten Regionen (inkl. GfIs)* weisen 45 (= 29,5 Prozent) weniger als 1.000 Hektar gentechnikfreie Nutzfläche auf. Weitere 60 Regionen (= 40,3 Prozent) verfügen über eine gesicherte gentechnikfreie Flächennutzung in der Größenklasse bis zu 4.999 Hektar. Neun Regionen (= 5,4 Prozent) erreichen eine gentechnikfreie Nutzfläche von über 50.000 Hektar.

Warum ist der Anteil kleinräumiger GfR relativ hoch? Das liegt in erster Linie an der in weiten Teilen Deutschlands eher kleinbäuerlichen bis mittelbetrieblichen Agrarstruktur. In der Regel gelingt eine persönliche Abstimmung über eine Selbstverpflichtungserklärung nur bei einer überschaubaren Anzahl an Land- und Forstwirten. Und bei einer ebenso überschaubaren Größe des Gebietes, in dem die GfR eingerichtet werden soll. Wie sollen beispielsweise 8.300 praktizierende Landwirte im REGIONEN Aktiv Gebiet Chiemgau-Inn-Salzach für eine persönliche Selbstverpflichtungserklärung gewonnen werden? So stehen die Initiatoren einer GfR vielerorts vor erheblichen Herausforderungen bei der Bewältigung der Organisation, Koordination und Kommunikation.

Das heißt, dass die von der EU vorgesehenen, weitaus komplexeren Maßnahmen zur Sicherung der Koexistenz der Anbauformen und zum Schutz vor gentechnischen Verunreinigungen von den Landwirten vor Ort ohne Unterstützung kaum realisiert werden können.

Größere zusammenhängende GfR können nur dort entstehen, wo günstige agrarstrukturelle und organisatorische Voraussetzungen gegeben sind:

Die Erfahrungen in den ostdeutschen Bundesländern zeigen, dass angesichts der großen Flächenausstattung der einzelnen Betriebe bereits mit wenigen Landwirten großräumige GfR entstehen können. Beispiele hierfür sind die Uckermark oder Märkisch-Oderland.

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Unterstützung durch Großschutzgebiete (u.a. Biosphärenreservate Rhön, Spreewald oder der Nationalpark Müritz), die Kontakte zum Forst und Naturschutz einbringen sowie organisatorische Aufgaben übernehmen können.

Die Entstehung der großräumigen GfR in Süddeutschland hat verdeutlicht, dass insbesondere Kreisbauernverbände über die Organisationsstrukturen und den Einfluss verfügen, um ganze Landkreise gentechnikfrei zu halten. Beispiele sind u.a. die bayerischen GfR Bad Tölz-Miesbach, Ingolstadt-Eichstätt oder Oberallgäu sowie die Aktivitäten des Badischen Landwirtschaftsverbands (BLHV).

 
* Zwar haben wir insgesamt 211 Regionen bzw. Initiativen erfasst, 58 davon sind jedoch Teil einer größeren Region und fallen deshalb bei der Aufschlüsselung der GFR nach Größenklassen nicht ins Gewicht.

Meldung des Tages

21.07.14 14:52

UK: Anstieg der Gentechnik-Experimente an Tieren um 573%

In Großbritannien ist die Zahl der Experimente mit dem Ziel, gentechnisch veränderte Tiere bzw....


GVP in der Anbau-Pipeline

In unserer Übersicht erfahren Sie, welche Gentech-Pflanzen (GVP) sich noch in der Anbau-Pipeline für die EU befinden, welche Anträge auf Anbauzulassung zurückgezogen wurden und welche Anbauzulas-sungen nicht mehr gültig sind.

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Petition: TTIP & Gentechnik

Logo "Gentechnik - TTIP unfairhandelbar"

Das Freihandels- abkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA birgt zahlreiche Risiken. Im Bereich der Gentechnik droht eine Aushöhlung der Gentech-Kenn- zeichnungspflicht in der EU. Ein breites Bündnis aus Nichtregierungs- organisationen hat sich unter dem Namen "TTIP unfairhandelbar" zusammengeschlossen und fordert in einer Petition, das Gemeinwohl über Wirtschaftsinteressen zu stellen.

Bundesrepublik Deutschland

  • Gentechnikfreie Regionen/ Initiativen: 211
  • Beteiligte Landwirte: 30.448
  • Landwirtschaftliche Fläche: 1.105.756 ha
  • Stand: 24.02.14

  • Zahlen | Fakten | Analysen

Gentechnikfreie Kommunen/ Landkreise

  • Anzahl Kommunen: 329
  • Stand: 24.02.14

Das Projekt Gentechnikfreie Regionen in den Naturland Nachrichten

Lesen Sie das Interview im Mitgliedsmagazin des ökologischen Anbauverbands Naturland.

Interview

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